DSCF5834Wer schon einmal oben war, weiß es: wer den Kaliberg Neuhof, den „Montekali“ bestiegen hat, wird mit einer faszinierenden Aussicht belohnt. Das Fliedetal, das Kemmetetal, der Gieseler Forst liegen dem Betrachter zu Füßen. Bei guter Sicht sind die Rhön, das hessische Kegelspiel und der Vogelsberg gut zu sehen. Dem Himmel ein ganzes Stück näher, bietet sich dieser außergewöhnliche Ort besonders für die Veranstaltung „Sternen-Poeten“ an.

Trotz alle Mühe sind Veranstaltungen auf dem Kaliberg Neuhof besonders witterungsabhängig. Wenn Petrus Blitz, Donner und Regen schickt, war alles umsonst.
Am vergangenen Freitag hat er in der Mitte der Veranstaltung von seiner Macht Gebrauch gemacht und die Sternen-Poeten vom Montekali geschickt.

Dabei fing alles so vielversprechend an. Im Schein der Abendsonne hieß Alfred Schiffhauer die 550 Gäste zu der Veranstaltung, die die Gemeinde Neuhof in ihrem Kulturprogramm durchführt, willkommen. Viele hatten es sich auf dem höchsten Salzstrand Osthessens gemütlich gemacht. Da und dort wurde ein Glas Wein getrunken und die Besucher wollten eine gute Stunde lang Poesie genießen. Zahlreiche Poesiefreunde waren gekommen, die vor Jahren schon den „Nächten der Poesie“ von Rudolf H. Herget lauschten.

DSCF5850Schnell ließen sich die Gäste von den Schweinfurter Schauspielern Christine Hadulla und Peter Hub in den Bann ziehen. Mit ihren einfühlsamen Stimmen trugen sie sorgsam ausgewählte Texte etlicher literarischer Größen vor. Diese Texte wollen den Blick wieder auf das Wesentliche lenken, wie das Gedicht „Werte“ von Eva Strittmatter, in dem es heißt:
„Die guten Dinge des Lebens sind alle kostenlos: die Luft, das Wasser, die Liebe.“
Wilhelm Busch war ein Meister, der es verstand, den Menschen mit viel Wortwitz einen Spiegel für ihr manchmal seltsames Verhalten vorzuhalten. Sein Gedicht „Die erste alte Tante sprach“ wurde als eine Kostprobe vorgetragen.

DSCF5860Mitten in der Veranstaltung zogen vom Vogelsberg kommend tiefschwarze Wolken heran. Leider blieb angesichts des aufziehenden Gewitters nur die Entscheidung, im Interesse der Sicherheit aller Gäste, die Veranstaltung vorzeitig zu beenden.
Auch wenn mancher gerne noch geblieben wäre, so herrschte doch Verständnis für die Entscheidung und der Montekali wurde schnell wieder vom Kulturzentrum zum Industrieareal.
Für Bürgermeister Heiko Stolz ist diese Veranstaltung auf dem Montekali ein absolutes High-light des gemeindlichen Kulturprogramms. Und das soll auch in 2018 so sein, so der Bürgermeister.  Dass es am Kaliwerk nicht scheitern würde, hatte Werkleiter Martin Ebeling bereits zugesagt. Jetzt muss im nächsten Jahr besonders auf Petrus eingewirkt werden. DSCF5862   DSCF5866DSCF5846DSCF5832DSCF5841